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HILFE FÜR ERWACHSENE

 

Die PRAXIS LESEN UND SCHREIBEN wendet sich ausdrücklich auch an Erwachsene mit Lese-Schreib-Problemen.

 

Die PRAXIS LESEN UND SCHREIBEN ist Mitglied des Bundesverbandes für Alphabetisierung e. V. Wir fühlen uns bei der Arbeit mit Erwachsenen denselben hohen Qualitätsansprüchen verpflichtet, die für die Therapie mit Kindern und Jugendlichen selbstverständlich sind:

 

  • regelmäßige Supervision und Weiterbildung der Therapeuten

 

  • regelmäßige Erfolgskontrollen im Laufe der Therapie

 

  • ständige therapiebegleitende Prozess-Diagnose

 

Foto: "Hilfe für Erwachsene"Der Bundesverband für Alphabetisierung e.V. arbeitet eng mit den Volkshochschulen (VHS) zusammen. Fast jede Stadt bietet kostenlose Alphabetisierungskurse an, in denen Gruppen qualifiziert unterrichtet werden. Für viele Menschen mit Lese-Schreib-Problemen sind diese Kurse die erste Gelegenheit zu entdecken, dass sie nicht allein sind mit ihrem Problem – immerhin können ca. 4 Millionen Menschen in Deutschland nicht oder kaum lesen und schreiben.

 

Trotzdem sind die Alphabetisierungskurse nicht für jeden gleichermaßen Erfolg versprechend, denn

 

  • ihre Wirksamkeit hängt erheblich von der Zusammensetzung der Gruppe sowie vom Arbeitsverhalten der einzelnen Teilnehmer ab

 

  • der Unterricht kann natürlich nicht auf die besonderen Bedürfnisse des Einzelnen abgestimmt sein

 

  • die Arbeit am Lernverhalten, an der Eigenmotivation, am Selbstbild bleibt notwendig dem Einzelnen überlassen

 

  • Teilnehmer mit massiven psychischen Schwierigkeiten empfinden oft eine zu große Hemmschwelle, um in der Gruppe Rat und Hilfe zu suchen

 

Die PRAXIS LESEN UND SCHREIBEN versteht sich daher als Ergänzung zum Angebot der Volkshochschulen. Was wir anbieten, ist erstens ein am System der Schrift orientierter Aufbau des Lesens und Schreibens und zweitens die intensive individuelle Betreuung des Lernprozesses.

 

   
 
       

 

Diagnose für Erwachsene

 

Zunächst ermitteln wir in einer ersten Sitzung sorgfältig den Schriftsprachstand des/der Hilfesuchenden, von dem aus bei Bedarf eine Trainingsmaßnahme geplant und durchgeführt werden kann.

 

Genauso wichtig ist die Aufnahme der Lernbiographie, der Selbsteinschätzung und der Zielvorstellungen des/der Hilfesuchenden.

 

Denn wir beziehen die Arbeit am Lernen, an der Selbsteinschätzung, an der Einstellung zur Schrift mit ein, weil ein bloßes Lese-Schreib-Training ohne Einbeziehung dieses Bedingungsgeflechts nicht zum Erfolg führt.

 

   
 
       

 

Beratung für Erwachsene

 

Nach der Eingangssitzung kommt der Klient/die Klientin zu einem ausführlichen Beratungsgespräch.

 

Wir erklären, was die Untersuchung ergeben hat und wo er/sie in der Auseinandersetzung mit der Schrift steht. Das ist wichtig, denn viele Betroffene kommen mit der Selbsteinschätzung, gar nichts zu können, und das ist in der Regel nicht der Fall.

 

Auf der Grundlage der Diagnose können wir dann empfehlen, welche Maßnahme besonders geeignet ist:

 

  • Ist ein Kurs an der VHS am sinnvollsten?

 

  • Bietet sich eine Kombination aus VHS und einer Einzelförderung an?

 

  • Kann der/die Betroffene auch selbst weiterkommen, ohne Hilfe von außen? Wenn ja: mit welchen Mitteln?

 

  • Kommt ausschließlich eine individuell zugeschnittene Maßnahme in Frage? Dann erstellen wir ein Konzept dafür und führen es durch.

 

  • Ist weiter gehende psychologische Unterstützung wichtig? Dann werden wir helfen, diese zu finden. Das ist wichtig und leider keineswegs einfach, denn über die besonderen Probleme Erwachsener, die nicht lesen und schreiben können, herrscht auch bei Fachleuten noch vielfach Unkenntnis.

 

   
 
       

 

Foto:"Lesen ist das Ziel"Einzelmaßnahmen für Erwachsene

 

Der Aufbau von Lese- und Schreib-Kompetenzen folgt bei der Arbeit mit Erwachsenen zwar derselben sachlichen Logik wie bei der mit Kindern und Jugendlichen. Aber Erwachsene haben natürlich ganz andere Bedürfnisse in Bezug auf den zu beherrschenden Wortschatz sowie die zu erlernenden Textarten: Der Erwachsene will möglichst bald eine Zeitung lesen, einen Brief schreiben, mit einem Formular umgehen können. Das heißt für uns, dass wir das notwendige Lernmaterial daraufhin zuschneiden.

 

Die Unterstützung des Lernprozesses ist aber mindestens so wichtig wie die sachliche, unterrichtende Arbeit. Erwachsene Menschen mit massiven Lese-Schreib-Problemen bis hin zum funktionalen Analphabetismus haben in der Regel ein mehrfaches Problem:

 

  • Sie leben in teils panischer Angst vor Entdeckung (Diskriminierung ist leider gesellschaftlicher Tatbestand, nicht „Einbildung“).

 

  • Sie wollen daher unbedingt, sofort, kompetente Leser und Schreiber sein (unrealistisches Ziel).

 

  • Sie fühlen sich unfähig, es jemals zu lernen (unrealistische Selbsteinschätzung, negatives Selbstbild, Versagensangst).

 

  • Sie sind daher beim geringsten Hemmnis völlig entmutigt und können sich nicht selbst zur Weiterarbeit bewegen (geringe Frustrationstoleranz, mangelhafte Eigenmotivation).

 

  • Sie greifen auf das Verhaltensmuster zurück, das sie schon als Kind im Umgang mit der Schwäche erlernt haben, nämlich Flucht (Vermeidungsverhalten).

 

Es ist unabdingbar, mit dem Klienten/der Klientin an diesen ungünstigen Lernbedingungen zu arbeiten, weil sonst der Versuch, das Lesen und Schreiben doch noch zu erlernen, schnell in die altbekannte Enttäuschung münden und aufgegeben werden wird.

 

Gemeinsam mit dem Therapeuten werden also Teilziele gesteckt; der Klient/die Klientin lernt, seine Ängste zu thematisieren und erlernte Verhaltensmuster zu verstehen, um sie überwinden zu können.